Diesel- oder Gas-Stromaggregate: Welches eignet sich für Notstrom, Dauerbetrieb und KWK?

Kurz gesagt

Diesel- und Gas-Stromaggregate erfüllen dieselbe Aufgabe auf unterschiedlichen Wegen. Diesel startet schnell, nimmt große Laststufen auf und führt seinen Kraftstoff vor Ort mit, während Gas sich für lange Laufzeiten, Wärmerückgewinnung und Standorte mit Rohrleitungsanschluss eignet. Die bessere Wahl hängt davon ab, ob die Aufgabe Notstrom, Dauerleistung oder BHKW ist.

Diesel- und Erdgas-Stromaggregate erfüllen denselben Zweck auf unterschiedliche Weise, und jedes hat seine eigenen Stärken. Dieselaggregate lassen sich schnell starten, bewältigen große Lastsprünge und führen ihren Kraftstoff mit sich; Erdgas ist dort, wo eine Pipeline vorhanden ist, kostengünstiger im Betrieb, verbrennt sauberer und eignet sich für lange Betriebszeiten sowie zur Wärmerückgewinnung. Dieser Leitfaden vergleicht beide Punkt für Punkt und zeigt, welches Aggregat für welchen Einsatzzweck geeignet ist.

Anfahren und Last aufnehmen

Ein Dieselgenerator startet und übernimmt einen großen Lastblock innerhalb von Sekunden – der Grund, warum er der Standard für Notfall- und Notstromversorgung bleibt, wo Gebäude oder Rechenzentrum wieder am Netz sein müssen, bevor die USV-Batterien leer sind. Gasmotoren, besonders magere Motoren für hohen Wirkungsgrad, brauchen meist länger zum Start und übernehmen Last in kleineren Schritten; einige Gasmotoren sind für schnellen Start und große Lastsprünge ausgelegt, doch die Klasse als Ganzes verzeiht eine plötzliche Volllast weniger.

Kraftstoff: Lagerung versus Versorgung

Diesel wird vor Ort gelagert: ein Unterflurtank, ein Tagestank und ein Großtank für mehrere Tage Autonomie. Die Anlage läuft unabhängig von den äußeren Umständen, solange der Tank voll ist und der Kraftstoff sauber bleibt. Gas wird über eine Pipeline geliefert, was unbegrenzten Betrieb bedeutet, solange die Pipeline liefert – ohne Tank, ohne Betankung und ohne Kraftstoffaufbereitung –, aber auch eine Abhängigkeit von einer Versorgung, die in derselben Krise, die das Stromnetz lahmlegt, eingeschränkt werden könnte. Wo keine Pipeline vorhanden ist, kann Gas als komprimiertes oder verflüssigtes Gas per Lkw angeliefert werden, was jedoch mit Kosten verbunden ist.

Betriebskosten, Emissionen und Wartung

Pro Kilowattstunde ist Erdgas meist günstiger als Diesel, und Gasmotoren stoßen weniger Partikel und in den meisten Bauarten weniger NOx aus – daher sind sie die Wahl für Dauerstrom, Spitzenlastkappung und KWK, wo das Aggregat viele Stunden im Jahr läuft und seine Wärme genutzt werden kann. Dieselaggregate sind pro kW günstiger in der Anschaffung und bei den niedrigen Betriebsstunden des Standby-Betriebs einfacher zu warten; bei langem Betrieb wiegen Kraftstoffkosten und Abgasnachbehandlung schwerer.

Die Wartungsintervalle variieren je nach Motor, doch Benzinmotoren laufen viele Betriebsstunden und werden nach einem auf den Betriebsstunden basierenden Zeitplan gewartet; Diesel-Notstrommotoren werden hingegen zeitabhängig gewartet, da sie im Stand altern.

Welches für welche Aufgabe?

Notstrom- und Reserveversorgung für Gebäude, Krankenhäuser und Rechenzentren: Diesel, aufgrund seiner schnellen Startfähigkeit, seiner Lastannahmefähigkeit und der Möglichkeit, den Kraftstoff vor Ort zu beschaffen. Grundlastversorgung bei schwachem Netz, Spitzenlastabdeckung und Lastmanagement: Gas, sofern eine Pipeline vorhanden ist, andernfalls Diesel. KWK: Erdgas, aufgrund seiner Betriebskosten und der nutzbaren Abwärme. Überbrückungsstrom während der Wartezeit auf einen Netzanschluss: Gasmotoren sowie per LKW angeliefertes oder über Pipelines geliefertes Erdgas kommen zunehmend zum Einsatz. AXON fertigt Container und Gehäuse, Kraftstoff- und Abgassysteme sowie Schaltanlagen für Diesel- und Gasgeneratoren aller Hersteller.

Kurz gesagt

  • Diesel: schneller Start, große Laststufen, Kraftstoff vor Ort gelagert – der Standard für den Bereitschaftsbetrieb
  • Gas: kostengünstiger im Betrieb, sauberer, unbegrenzte Versorgung über Pipelines – Grundlaststrom und KWK
  • Benzin hängt von der Leitung ab; Diesel vom Tank und von der Kraftstoffqualität
  • Lange Betriebszeiten sprechen für Gas; kurze Betriebszeiten sprechen für Diesel
  • Per Lkw transportiertes Gas versorgt Standorte ohne Pipeline
  • AXON stellt Pakete sowohl für Diesel- als auch für Gasaggregate zusammen

Was Ihre Anfrage enthalten sollte

  • Betriebsart: Notbetrieb, Bereitschaftsbetrieb, Hauptbetrieb, KWK, Überbrückungsbetrieb
  • Benötigte Leistung und Betriebsstunden pro Jahr
  • Verfügbare Brennstoffe: ausschließlich Diesel, Pipelinegas, per Lkw angeliefertes Gas
  • Laststufen und die erforderliche Übertragungszeit
  • Emissions- und Lärmgrenzwerte des Standorts
  • Wärmeverbraucher, sofern eine Wärmerückgewinnung in Betracht gezogen wird

Häufige Fragen

Ist der Betrieb eines Gasgenerators kostengünstiger als der eines Dieselgenerators?

In der Regel sind die Brennstoffkosten pro kWh niedriger, wenn Erdgas aus dem Leitungsnetz verfügbar ist. Im Bereitschaftsbetrieb mit wenigen Betriebsstunden spielen die Brennstoffkosten eine geringere Rolle als der Anschaffungspreis, wobei Diesel hier günstiger ist.

Kann ein Gasgenerator als Notstromversorgung genutzt werden?

Ja, mit dem richtigen Motor und den richtigen Steuerungen, aber die meisten Benzinmotoren laufen langsamer an und vertragen geringere Lastsprünge als Dieselmotoren. Ausschlaggebend sind die Umschaltzeit und die Lastsprünge der Anlage.

Sind Gasgeneratoren umweltfreundlicher?

Sie stoßen weitaus weniger Feinstaub und insgesamt weniger NOx aus als Dieselmotoren; an vielen Standorten ist jedoch nach wie vor eine Abgasnachbehandlung erforderlich, um die örtlichen Grenzwerte einzuhalten.

Was passiert, wenn die Gasversorgung ausfällt?

Die Anlage wird abgeschaltet. Kritische Standorte nutzen entweder Diesel oder verfügen über eine Kraftstoffreserve; einige Gasmotoren können auf einen alternativen Kraftstoff umgestellt werden.

Was ist besser für die Kraft-Wärme-Kopplung?

Gas, fast immer: Lange Betriebszeiten, niedrige Brennstoffkosten und saubere Abwärme eignen sich für die Kraft-Wärme-Kopplung.

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