San Jose will Testbetrieb von Notstromaggregaten auf 25 Stunden begrenzen

Wer zählt die Teststunden einer Aggregateflotte im Rechenzentrum? In San Jose könnte das bald neben der Luftreinhaltebehörde auch die Stadt sein. Bei einer Bürgerversammlung im Rathaus stellte die Verwaltung am 15. Oktober einen Entwurf für Rechenzentren und Forschungsgebäude ab 20 MW Leistungsbedarf vor. Notstromaggregate müssten EPA Tier 4 erfüllen, und ihr Betrieb für Tests und Wartung wäre auf 25 Stunden im Jahr begrenzt, die Hälfte der 50 Stunden, die Kalifornien erlaubt, wie KQED am folgenden Tag berichtete.

Was der Entwurf verlangt

Der stellvertretende Stadtdirektor Manuel Pineda erläuterte laut CBS San Francisco die Anforderungen und wie sie durchgesetzt werden sollen. Die Regeln für die Aggregate würde die Luftreinhaltebehörde überwachen. Die Projekte müssten jährlich über Lärm, Abwasser, Energie und Wasser berichten; wer die Vorgaben verfehlt, riskiert Bußgelder oder zusätzliche Auflagen. Laut KQED würden Wasser- und Stromverbrauch zudem alle fünf Jahre von Dritten geprüft.

  • Lärm: Schallschutzwände um Anlagen im Freien und ein städtisches Lärmmessprogramm.
  • Wasser: Recyclingwasser für die Kühlung oder eine wassersparende Bauart wie geschlossene Kreisläufe oder Luftkühlung; Hoodline zufolge wäre Trinkwasser in offenen Kühlsystemen ab 20 MW ausgeschlossen.
  • Strom: eine vollständig CO2-neutrale Versorgung.
  • Nachbarn: schriftliche Benachrichtigung über neue Projekte im Umkreis von 1.500 statt 1.000 Fuß.

Der Entwurf unterscheidet nicht zwischen einem Rechenzentrum und einem F&E-Gebäude über 20 MW. CBS verweist auf Googles Projekt in Alviso, formal eine Forschungseinrichtung, die bei voller Auslastung 250 MW aufnehmen könnte. Der Stadt liegen 11 Anträge für Rechenzentren vor, und laut Hoodline würden nach der Verabschiedung auch die laufenden Projekte an den Regeln gemessen.

Abstimmung im Dezember, Anwohner nicht überzeugt

Der Zeitplan ist knapp. Der endgültige Entwurf soll am 18. November der Planungskommission vorliegen, der Stadtrat soll sich am 8. Dezember damit befassen, die zweite Lesung ist für den 15. Dezember angesetzt. Die Verordnung träte 30 Tage danach in Kraft.

Vielen bei der Versammlung reicht das nicht. San Francisco, Oakland, Richmond, Gilroy und Oakley haben befristete Moratorien beschlossen, und Anwohner forderten von San Jose dasselbe. Bürgermeister Matt Mahan hält ein Verbot für eine Art, dem Problem auszuweichen. Anwohner wiesen außerdem darauf hin, dass die Standards nur den Testbetrieb erfassen: Fällt das Netz aus und laufen die Aggregate im Ernstfall, gilt die Grenze nicht.

Mit 25 Stunden auskommen

Wer in dieser Stadt eine Flotte in Betrieb nimmt oder wartet, spürt die Stundengrenze zuerst. Monatliche Probeläufe, der jährliche Lasttest, ein Wiederholungstest nach einer Reparatur und jeder Lauf zur Fehlersuche gehen von denselben 25 Stunden pro Motor ab. Testpläne müssen also stehen, bevor die Aggregate geliefert werden, nicht danach. Wird der Volllastlauf an einer Lastbank gefahren, kommt es auf die Reihenfolge der Prüfungen und auf die Dauer jeder einzelnen an.

Auch die Tier-4-Pflicht verlagert Arbeit nach vorne. Bei großen Diesel-Stromaggregaten bringt sie in der Regel eine Abgasnachbehandlung mit sich, und die braucht Platz, Lagerung für das Reagenz und ein Wartungskonzept im Layout ab der ersten Zeichnung. Es lohnt sich, jeden Lieferanten schon jetzt zu fragen, wie viele Stunden seine eigenen Werks- und Baustellentests verbrauchen und ob sie mitzählen.

Quellen: KQED, CBS San Francisco, Hoodline

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