Amazon-Rechenzentrum in Iver mit 27 HVO-Notstromaggregaten genehmigt

Der Buckinghamshire Council hat das Rechenzentrum von Amazon Web Services in Iver genehmigt, wenige Meilen östlich von Slough. Das berichtete Data Center Dynamics am 1. Oktober unter Berufung auf die Bucks Free Press. Auf dem Ridgeway-Gelände ersetzt das Projekt 17 Industrie- und Lagergebäude durch ein einziges zweigeschossiges Rechenzentrum, ein Mittelspannungsgebäude, einen Umspannwerksbereich mit zwei Schalträumen und einen Aggregatehof mit 27 Notstromaggregaten.

Amazon Data Services hatte den Antrag im Oktober 2025 gestellt. Das Grundstück hatte das Unternehmen 2022 in einem Off-Market-Geschäft für 132,5 Mio. £ gekauft. Laut den Antragsunterlagen hat das Gebäude 30.525 Quadratmeter.

Streitpunkt Aggregatehof

Die meisten Einwände betrafen die Luftqualität, vor allem wegen der Aggregate. Wilson's Media berichtet, dass der Standort in einem Gebiet liegt, in dem bereits behördliche Maßnahmen zur Luftreinhaltung gelten, und dass die Umweltschutzbeauftragten des Councils gewarnt hatten, die Aggregate könnten bei Probe- und Wartungsläufen Schadstoffe ausstoßen. Die mit dem Antrag eingereichte Ausbreitungsrechnung ergab für die untersuchten Punkte in der Umgebung vernachlässigbare Auswirkungen. Die Verwaltung kam zu dem Schluss, dass der Bedarf an Rechenzentren, die Arbeitsplätze und ein erwarteter Rückgang des Verkehrs die Nachteile überwiegen.

Die Genehmigung ist an Auflagen geknüpft. Amazon zahlt 600.382 £ für Projekte, die die Luftbelastung ausgleichen, muss die Emissionen seiner Aggregate nach einem abgestimmten Plan überwachen und gibt 73.000 £ für öffentliche Fußwege in der Nähe des Geländes aus. Angaben zu Baustellenverkehr, Entwässerung und Wasserverbrauch stehen noch aus.

HVO zuerst, Diesel als Rückfallebene

Den Berichten zufolge laufen die Aggregate überwiegend mit hydriertem Pflanzenöl (HVO). Diesel wird als Zweitkraftstoff vorgehalten, für Situationen, in denen der Hauptkraftstoff nicht sicher verwendet werden kann. Der Betrieb mit zwei Kraftstoffen ändert mehr als nur den Liefervertrag. Lagerung, Qualitätskontrolle und das Umschaltverfahren müssen für beide Kraftstoffe funktionieren, und die Tanks sowie die Kraftstoffaufbereitung werden von vornherein darauf ausgelegt.

Die Überwachungsauflage ist der andere Punkt, der über die Genehmigungsphase hinaus bleibt. Jeder monatliche Probelauf und jeder Wartungslauf hinterlässt nun einen Nachweis, den die Behörde anfordern kann. Für den Betreiber sind das Prüfregime und die Abgasanlage des Aggregatehofs damit Teil der Genehmigung geworden und nicht mehr nur Sache des Wartungsplans.

Zur Kühlung berichtet DCD, dass das Gebäude den größten Teil des Jahres mit direkter Verdunstungskühlung und Außenluft arbeitet und an heißen Tagen adiabat kühlt, gespeist zuerst mit Regenwasser und ersatzweise mit Leitungswasser.

Quellen: Data Center Dynamics, Wilson's Media

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