San Diegos Bürgermeister stoppt Rechenzentren nach 400-MW-Plan der Navy

San Diegos Bürgermeister will die Regeln fertig haben, bevor der erste große Bauantrag für ein Rechenzentrum auf einem Planungstisch landet. Am 22. Oktober unterzeichnete Todd Gloria eine Verfügung, die den Bau von Rechenzentren in der Stadt vorerst stoppt; der Stadtrat soll das Moratorium laut Times of San Diego am Montag, dem 26. Oktober, beraten. NBC San Diego bezeichnete die Verfügung als Einfrieren aller Bauvorhaben für Rechenzentren.

Auslöser ist ein Vorschlag, um den im Rathaus niemand gebeten hatte: ein Rechenzentrum mit rund 400 MW auf dem NAVWAR-Campus, dem etwa 70 Acres großen Gelände des Naval Information Warfare Systems Command nahe dem Midway District und der Altstadt.

Ein Entwickler, die Navy und eine Stadt ohne Stimme

Das Grundstück gehört der US Navy. Manchester Financial Group verhandelt zusammen mit Edgemoor Infrastructure and Real Estate aus Virginia seit 2023 exklusiv mit der Navy über eine öffentlich-private Neuentwicklung: neue Gebäude für die Navy auf einem kleinen Teil des Geländes, Wohnungen, Hotels, Einzelhandel und andere Nutzungen auf dem Rest. Voice of San Diego berichtete am 15. Oktober erstmals, dass ein Rechenzentrum eine der Ideen ist; Grundlage waren per Informationsfreiheitsanfrage erhaltene E-Mails zwischen dem Entwickler und San Diego Community Power, dem kommunalen Energieversorger. Times of San Diego schreibt unter Berufung auf diese Berichte, die Anlage wäre das größte Rechenzentrum Kaliforniens.

Der Geschäftsführer des Projekts, Ted Eldridge, sagte NBC San Diego, es habe erste Gespräche mit Energieversorgern gegeben, vereinbart sei aber nichts; geprüft würden auch andere Nutzungen wie ein medizinisches Zentrum oder ein Hochschulcampus. Die Navy aktualisiert die Umweltprüfung für das Gelände, Ergebnisse werden für das kommende Jahr erwartet.

Da es sich um Bundesgelände handelt, muss sich die Navy nicht an die städtische Bauleitplanung halten. Stadtrat Sean Elo-Rivera sagte das selbst: Das Moratorium würde ein Rechenzentrum auf dem Stützpunkt nicht verhindern. Er forderte die Kongressabgeordneten der Stadt auf, schriftlich bei der Navy nachzuhaken.

Was der Stadtrat ins Gesetz schreiben will

Am selben Nachmittag stellten Elo-Rivera, Stadtratspräsident Joe LaCava und Stadtrat Kent Lee den Entwurf einer Verordnung für Rechenzentren im Stadtgebiet vor. Laut Times of San Diego sollen künftige Anlagen zu 100 % mit erneuerbarer Energie betrieben werden, Kosten für den Netzausbau nicht auf andere Kunden abwälzen und einen sicheren Abstand zu Wohnhäusern, Schulen und anderen sensiblen Orten halten. Redner bei der Kundgebung nannten Stromrechnungen, Luft- und Wasserqualität sowie Wohnraum für Militärfamilien.

Wo die Notstromaggregate ins Spiel kommen

Keiner der Berichte nennt eine Notstromanlage für das NAVWAR-Projekt; auf dieser Seite gibt es also noch nichts zu besprechen. Das Muster kennt man aber aus San José, Pima County und anderen Orten: Sobald eine Stadt Regeln für Rechenzentren schreibt, folgen Abstandsvorgaben und Fragen zur Verbrennung vor Ort sehr schnell, und die Notstromaggregate sind meist das erste, wonach die Nachbarn fragen. Wer einen Standort in Kalifornien plant, sollte damit rechnen, dass die Aggregatefläche, der Testplan und die Geräusche an Regeln gemessen werden, die genau für solche Projekte geschrieben wurden.

Quellen: Times of San Diego, Voice of San Diego, NBC San Diego

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