Wer noch einen Maßstab dafür suchte, wie viel Stromerzeugung vor Ort der KI-Ausbau einkauft, bekam ihn am 22. Oktober von Bloom Energy. Der Umsatz im Quartal bis zum 30. September lag bei 1.235,8 Mio. $, 138,1 % mehr als ein Jahr zuvor; allein der Produktumsatz stieg um 179,4 % auf 1.073,6 Mio. $.
Die Zahlen aus der Mitteilung
- Non-GAAP-Bruttomarge 34,5 %, Non-GAAP-Betriebsergebnis 285,7 Mio. $, eine operative Marge von 23,1 % gegenüber 8,9 % im Vorjahr.
- Der operative Cashflow war mit minus 27,1 Mio. $ negativ, 153,5 Mio. $ flossen in Anlagen und Ausrüstung; die liquiden Mittel lagen am Quartalsende bei rund 2,5 Mrd. $.
- Die Prognose für 2026 wurde in diesem Jahr zum dritten Mal angehoben: Umsatz 4,4 bis 4,6 Mrd. $, Non-GAAP-Betriebsergebnis 960 Mio. bis 1,03 Mrd. $.
Vorstandschef KR Sridhar beschrieb einen Markt, der sich von zentralen Kraftwerken zur dezentralen Erzeugung vor Ort bewegt: zuerst die Hyperscaler, nun auch andere Segmente.
Verkauft wird die Zeit bis zum Strom
In der Telefonkonferenz verwies das Management laut MarketBeat auf Oracles Standort in Utah, den Bloom nach eigenen Angaben weniger als zwei Monate nach der Ankündigung des Projekts mit Strom versorgte, und auf Anlagen, die für den ersten Bauabschnitt des Rechenzentrums von Nebius in New Jersey bereitstehen. Auch der Plan von AEP, Google mit rund 700 MW an Bloom Energy Servers mit CO2-Abscheidung zu versorgen, kam zur Sprache. Sridhar sagte, der Auftragsbestand wachse schneller als der Umsatz, nannte aber keine Zahl, und das Werk in Fremont werde für eine Nachfrage über das bisher genannte Fertigungsniveau von 5 GW hinaus erweitert.
Er argumentierte außerdem, der konzentrierte CO2-Strom einer Brennstoffzelle mache die Abscheidung leichter als bei Verbrennungsanlagen, und manche Kunden würden für CO2-freien Strom einen Aufpreis von etwa 10 bis 15 % zahlen.
Was sie nicht ersetzt
Es handelt sich um Anlagen für den Dauerbetrieb, als Hauptquelle oder als Brücke, bis das Netz kommt. Ein so gebauter Standort braucht trotzdem eine Antwort für die Stunde, in der Brennstoffzellen, Gasversorgung oder Netz ausfallen, und auf den meisten Campus ist diese Antwort weiterhin eine Netzersatzanlage mit eigenem Kraftstoffvorrat. Offen ist für Planer, wie beides zusammenspielen soll: wer einen Lastsprung übernimmt, wie die Umschaltung geprüft wird und welchen Teil der Anlage die Genehmigung als Notstromquelle behandelt.
Quellen: Bloom Energy (Form 8-K, U.S. SEC), MarketBeat